„Er hat sein Leben in den Dienst der Menschlichkeit gestellt.“

17-01-30_Verabschiedung-Prälat-Schweiger

Die KJF-Familie mit ihrem neuen Vorsitzenden Domkapitular Dr. Roland Batz, Bischof Dr. Rudolf Voderholzer und der Präsident des Deutschen Caritasverbandes Dr. Peter Neher haben Prälat Dr. Josef Schweiger nach 46 Jahren in den Ruhestand verabschiedet. Der ehemalige Direktor und Vorsitzende der Katholischen Jugendfürsorge der Diözese Regensburg wurde für seine herausragende Lebensleistung bei einem feierlichen Festakt im Pater-Rupert-Mayer-Zentrum geehrt.

17-01-30_Verabschiedung-Prälat-Schweiger

Bild v.li.: Domkapitular Dr. Roland Batz, Vorsitzender der KJF, Landrat Josef Laumer, Caritas-Präsident Prälat Dr. Peter Neher, KJF-Direktor Michael Eibl, Bürgermeister Jürgen Huber, Bezirksrätin Hannelore Langwieser, H.H. Bischof Dr. Rudolf Voderholzer, Prälat Dr. Josef Schweiger, Landrätin Tanja Schweiger, Bezirkstagspräsident Franz Löffler.

46 Jahre prägte Prälat Dr. Josef Schweiger die Geschicke der KJF: 36 Jahre als deren Direktor und weitere 10 Jahre als deren Vorsitzender. „Sie haben das getan, was hier und jetzt notwendig ist, das, was Ihr Glaube und Ihre Überzeugung Ihnen gebietet“, sagte Bischof Rudolf in seiner Ansprache. An der Spitze des großen Sozialverbandes KJF habe sich Prälat Dr. Schweiger außerordentlich große Verdienste erworben.
Leitende und langjährige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Förderer und Vertreter aus Kirche und Politik nahmen die Einladung zur Abschiedsfeier gerne wahr und so versammelten sich etwa 200 Gäste, um Prälat Dr. Josef Schweiger ihren Respekt zu zollen, Danke und „Vergelt’s Gott“ zu sagen.

Die „Ära Schweiger“ hat reiche Früchte getragen
Unter seiner Führung hat sich der sozial-caritative Fachverband mit anfangs 300 und aktuell 4.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter enorm weiterentwickelt. Für Menschen mit Behinderung, Kinder, Jugendliche und deren Familien in besonders schwierigen Lebenssituationen hat Schweiger 12 Förderzentren, 10 Erziehungsberatungsstellen, Werkstätten für Menschen mit Behinderung an 7 Standorten, das Berufsbildungswerk in Abensberg, Jugendhilfeeinrichtungen und vieles mehr auf- und ausgebaut. Die Zahl der Einrichtungen und Dienste beläuft sich aktuell auf 75. Das alles ist in der „Ära Schweiger“ entstanden und wurde unter seiner Ägide professionell und konzeptionell fachlich weiterentwickelt für jährlich rd. 28.000 Menschen. Schweigers Amt als Direktor hat 2006 Michael Eibl übernommen. Mit ihm an der Spitze im operativen Geschäft und Schweiger dann als Vorsitzendem ist der Verband weiter erfolgreich gewachsen.

Der Priester und Seelsorger
Als solcher waren Schweiger die Weiterbildung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein wichtiges Anliegen, ebenso wie das gemeinsame Singen und Beten als Quelle des Arbeitens und des Zusammenlebens. „Die meisten Bilder von Ihnen gibt es mit Stola“, sagte Bischof Voderholzer und verwies auf die Einführungstage für neue Mitarbeiter, die Josefifeier in der KJF-Geschäftsstelle, Gottesdienste und Segnungen, die Schweiger regelmäßig zelebrierte. Auch in der Arbeit mit den jungen Menschen habe er sich immer als Seelsorger verstanden, erklärte Caritaspräsident Peter Neher: „Es ging dir bei aller ganz konkreten sozialen Tätigkeit nicht weniger um die geistliche Dimension caritativer Arbeit.“ Neher lobte Schweiger für die kontinuierliche Weiterentwicklung des Verbandes bei sich stets verändernden gesellschaftlichen Rahmenbedingungen und in Bezug auf die Lebenssituationen junger Menschen. So habe Schweiger 2004 die Initiative ergriffen und die kirchliche Stiftung für junge Menschen gegründet, die da hilft, wo finanzielle Mittel fehlen. Eines der Herzensanliegen Schweigers sei es gewesen, bei allen Bemühungen um eine inklusive Gesellschaft die Förderschulen zu erhalten und deren Zusammenarbeit mit Regelschulen zu intensivieren. Präsident Neher dankte Schweiger stellvertretend für den Deutschen Caritasverband. Dessen höchste Auszeichnung, den Brotteller, hatte dieser bereits vor Jahren erhalten.

Höchste Auszeichnungen
 „Ihre Verdienste wurden in der kirchlichen und staatlichen Öffentlichkeit wahrgenommen. Sie haben die höchste Auszeichnung unserer Kirche, ‚apostolischer Protonotar‘, erhalten, wurden mit dem Bundesverdienstkreuz und dem Bayerischen Verdienstorden ausgezeichnet“, so der Bischof. „Wir Christen sind Lobbyisten des Lebens. Der Prüfstein einer Gesellschaft ist ihr Umgang mit den Schwächsten. Die KJF ist ein Flaggschiff für Menschlichkeit und Sie haben wesentlichen Anteil daran, dass die KJF so gut dasteht.“

„Jetzt heißt es Abschied nehmen.“
Größte Wertschätzung und Anerkennung für Prälat Dr. Josef Schweiger – das hat ihn berührt und zutiefst bewegt. Allen, die seinen Lebensweg und sein Wirken in der KJF begleitet haben, dankte er in seiner Abschiedsrede. Jeder spürte, was diesen Menschen neben allen großartigen Leistungen auszeichnet: seine Demut und seine Bescheidenheit. Wenn ihm also die Herzen zufliegen, dann auch deshalb, weil er sich immer als einen „Beschenkten“ verstanden hat. Den Repräsentanten des öffentlichen Lebens dankte er für deren Kooperation: „Sie haben das größte Verdienst daran, dass die KJF heute eine gute Adresse für hilfebedürftige Kinder, Jugendliche und Menschen mit Behinderung ist.“ Bischof Rudolf und Prälat Peter Neher dankte er für die wertvollen Zeichen und Worte der Anerkennung. Für seinen Amtsvorgänger fand er ebenso lobende Worte wie für die früheren Vorsitzenden der KJF, die Mitglieder des Verwaltungsrates der KJF und den leitenden Direktor und Geschäftsführer der KJF, Michael Eibl. Als für einen Priester und Chef unverzichtbar, schloss Schweiger die Hausfrau Agnes Kirsch und seine langjährige Sekretärin Maria Bichlmaier in seine Dankesworte mit ein. Und was wäre die KJF ohne ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter? Ihnen allen galt Schweigers besonderer Dank. „Ich wünsche der KJF und ihren Verantwortlichen, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, dass sie nie vergessen, in wessen Dienst sie stehen. Jugendfürsorge ist Caritas und Caritas ist gelebter christlicher Glaube.“ Seinem Nachfolger, Domkapitular Dr. Roland Batz, gab Schweiger seine besten Wünsche mit auf den Weg.

Amt in guten Händen
Bischof Rudolf dankte Prälat Dr. Schweiger für sein Lebenswerk und schloss in seinen Dank den Amtsnachfolger Schweigers, Domkapitular Dr. Roland Batz ein: „Ich weiß, dass Ihr Amt in guten Händen ist.“ Verpflichtung und Auftrag der KJF will der neue Vorsitzende der KJF weiterhin unter das Motto Schweigers „Man hilft, wo es notwendig ist“ stellen. So werde der Verband auch kommenden Herausforderungen begegnen. Dr. Roland Batz benannte die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter als wertvollsten Schatz der KJF und bedankte sich für die herzliche Aufnahme in der KJF-Familie. „Ich strecke Ihnen die Hände entgegen – arbeiten wir gemeinsam an einer gerechteren, solidarischeren und inklusiveren Welt mit – um der Menschen und um Gottes Willen“, so Dr. Batz weiter.

Text und Bild: Christine Allgeyer