Raphaela Utz, Sozialpädagogin im Clemens-Maria-Kinderheim Aying

Raphaela Utz

Raphaela Utz

Einfach super!

Mir war von Anfang an klar, dass ich mit Kindern und Jugendlichen arbeiten will. Seit Mai 2012 arbeite ich also nun im Haus St. Anna. Meine Kollegin Angelika Küstner und ich sind diejenigen, die am kürzesten im Haus tätig sind. Angelika ist Erzieherin und 21 Jahre alt, ich bin mit 27 etwas älter. Ich mag die flexiblen Arbeitszeiten hier, denn dadurch komme ich auch unter der Woche immer wieder zu freien Tagen. Und das passt gut zu meinem Hobby, dem Reiten. Mir gefällt die Arbeit einfach super!

Man bekommt hier von den Kindern alles mit, ganz anders als zum Beispiel in einer Kindertagesstätte. Das liegt unter anderem am Schichtdienst, den ich eigentlich ganz gerne mache. Der so genannte Mitteldienst, der um 12 Uhr beginnt und bis 18 oder 20 Uhr dauert, und der Nachtdienst bringen die Kinder ins Bett, die Kleineren etwas früher, die Größeren ein wenig später. Danach ist es im Haus meist ruhig, und man kann seinen Bürokram machen. Der Nachtdienst ist in der Regel zu zweit. Dann ist immer noch jemand im Haus, falls etwas Unvorhergesehenes passiert, etwa wenn ein Kind in der Nacht ins Krankenhaus muss. Das ist kein fiktiver Fall, den hat es bereits gegeben.

Oft geht es darum, den schulpflichtigen Kindern bei den Hausaufgaben zu helfen. Die Hausaufgabenbetreuung ist nicht immer einfach, denn einige tun sich schwer mit dem Lernen. Im Haus St. Anna gibt es Arbeitsblätter mit Rechtschreibeübungen und auch Hilfen für das Fach Mathe. Bei den Größeren muss man eher dahinter sein. Doch auch bei ihnen helfen die verlässlichen Rahmenbedingungen: feste Zeiten für die Hausaufgaben und ein fester Platz für jedes Kind. Am wichtigsten ist der persönliche Zuspruch.

Jeder Tag hier ist anders, auch wenn nichts Spektakuläres passiert. Die Kinder kommen auf die Erzieher und Sozialpädagogen mit ganz unterschiedlichen Fragen oder Problemen zu – je nachdem, wer gerade Dienst hat. Langweilig wird es im Haus St. Anna nie. Deshalb möchte ich auch noch eine Weile hier arbeiten. Ich will das zumindest so lange machen, bis ich selbst ein Kind bekomme. Das wird voraussichtlich irgendwann der Fall sein – aber eben noch nicht zu schnell.

Raphaela Utz arbeitete bis März 2014 als Sozialpädagogin im Haus St. Anna, einer Außenstelle des Clemens-Maria-Kinderheims in Aying, das zur Katholischen Jugendfürsorge der Erzdiözese München und Freising gehört.